Unsere vorletzte Station 'Cairns' haben wir Freitagabend erreicht. Willkommen im extrem tropischen Wetter: 28 Grad, 90% Luftfeuchtigkeit, Regen. Immerhin stürmt es nicht. Der starke Regen ist möglicherweise noch eine Auswirkungen des Zyklones. Wir sind alle froh, dass wir unsere Reise wie geplant fortsetzen dürfen - das hätte auch anders laufen können. Für morgen sind die Wetteraussichten richtig übel...aber hey bisher war uns der Wettergott immer gut gesinnt. Und das ändert sich auch nicht. Als ich Samstag früh aufwache, sehe ich Sonnenstrahlen durch den Vorhang in meinem Zimmer blitzen. Der Himmer sieht versöhnlich aus - und die Wettervorhersage auch! Ein guter Start in den Tag.
Alt, älter, am ältesten!
Cairns liegt direkt am Meer und ist quasi das Tor zu gleich zwei UNESCO-Weltnaturwunder: dem Great Barrier Reef und dem Daintree Regenwald. Letzteres steht heute auf unserem Tagesprogramm - konkret gesagt die Ausläufer des Daintrees, denn der ganz tiefe Dschungel liegt noch 2 Stunden Fahrtzeit von hier entfernt. Der Daintree Regenwald ist 135 Millonen Jahre alt und der älteste der Welt - ja auch älter als der Amazonas - das ist überraschend für mich.
Wir fahren heute nach Kuranda, einem Dorf im Regenwald, das 328 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Nein, nicht mit dem Bus, sondern mit der Seilbahn. Was für ein tolles Erlebnis hoch oben über dem dichten Regenwald zu schweben, in das Dickicht nach unten zu schauen und nur erahnen zu können, wie weit es noch bis zum Waldboden ist. Einige der Baumwipfel ragen knapp bis unter unsere Gondel. Gigantisch!
Und dann taucht er auf, der Wasserfall "Barron Falls", lautstark tosend, wild und mächtig. Wenn Du magst, überlasse ich Dir wieder meinen Fensterplatz in der Godel, links in Fahrtrichtung, für einen kurzen Blick.
Nach kurzem Schauer, hier eher ein wasserfallartiger Guss mit vollständiger Durchmässung binnen Sekunden 😉, scheint wieder die Sonne. Sie begleitet uns auf unserem Rückweg bis nach Cairns. Diesmal geht es bergab durch den Regenwald mit dem historischen Zug und wunderschöner Aussicht.
Faktencheck zum "Kasuar"
- Lebt hier in den tropischen Wäldern von Nordostaustralien und auch Neuguinea.
- Ist ein flugunfähiger Laufvogel, der mit Straußen und Emus verwandt ist.
- Ist bis zu 1.80 groß und bis zu 70 kg schwer.
- Allesfresser (Früchte, Insekten, kleine Wirbeltiere).
- Kann bis zu 50km/h laufen, gut schwimmen und springen.
- Gilt oft als der gefährlichste Vogel der Welt, da er mit seinen Krallen (Mittelkralle bis zu 12 cm) schwere Verletzungen verursachen kann.
- Ist eher scheu und nicht aggressiv, Angriffe sind meist Abwehrreaktionen, wenn sich der Vogel bedroht fühlt.
Einen Kasuar in der freien Natur zu begegnen ist aufgrund seiner im Wald zurückgezogen Lebensweise sehr selten. Zudem gibt es nur noch ca. 1.000 Exemplare hier in Queensland. Wir sind einfach große Glückspilze und sehen diesen Vogel auf unserer Fahrt nach Cairns, daher habe ich auch ein Foto für Euch von diesem schönen und irgendwie urzeitlich wirkenden Geschöpf der Natur. Kasuare werden auch als "lebendige Dinosaurier" bezeichnet, da die direkte Nachfolger der Theropoden-Dinosauriern sind. Übrigens übernimmt bei den Kasuaren das Männchen alle Vorbereitungen für den Nachwuchs, Netzbau etc., brütet und kümmert sich auch um die Kinderbetreung und - erziehung. Quasi ein "Alleinerziehender Vater", denn die Mutter legt nur die Eier und macht sich dann aus dem Staub.
Unter dem Meer! Unter dem Meer!
..."Wo wär das Wasser besser und nasser, als es hier wär?", heißt es im Song zum Film "Findet Nemo".
Heute löse ich das Ticket zu einem großen Traum: Schnorcheln im Great Barrier Reef - dem größten Korallenriff der Welt! Ich bin wahnsinnig aufgeregt, ob und was wir unter Wasser sehen (können). Schließlich bin ich nach aller Wahrscheinlichkeit nie wieder hier und wie lange es dieses Naturwunder noch gibt, ist auch ungewiss. Es muss einfach klappen heute, auch wenn es regnet und grau verhangen ist.
Die Fläche des Great Barrier Reef beträgt etwa 347.800 km². Für die bessere Vorstellung der Ausmaße, es ist größer als Finnland oder auch als Italien. Also so riesig, dass man es mit bloßem Auge vom Weltraum sehen kann! Verrückt oder? Das Reef erstreckt sich über 2.300 km an der Nordostküste Australians. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Riff, sondern um ein komplexes System aus über 2.900 Einzelriffen und rund 900 Inseln. Die Artenvielefalt an Lebewesen, die dort zu Hause sind, ist gigantisch. Hier bauen Tiere, die Korallen, das Zuhause für andere Tiere. Und ich darf hier heute zu Besuch sein. Einfach einzigartig, ein "Once in a lifetime" Moment. Nemo und Dori waren nicht zu Hause, dafür aber viele andere. 😉
Ist das nicht schön? Diese Korallen - oh mein Gott, einfach fantastisch und dann diese bunten Fische...Ich bin beseelt, dankbar, glücklich und emotional berührt. Was für ein Erlebnis. Mein Besuch unter Wasser am Reef hat nur knapp 2 Stunden gedauert, er wird mir aber für ewig in Erinnerung bleiben. Es ist Liebe!
Bis bald, Eure Katha
Klugscheißerwissen
Neben "ältester" und "größtes" als Superlative, reiht sich nun auch "längster" in die Abfolge mit ein. Denn: In Australien steht der längste Zaun der Welt. Mit 5.614 km Länge wurde er gebaut, um Dingos (Wildhunde) von fruchtbarem Ackerland fernzuhalten. Damit ist der Dingozaun der längste Zaun und das längste ununterbrochene Bauwerk der Welt. Die Chinesische Mauer ist länger, aber an manchen Stellen unterbrochen, etwa durch natürliche Hindernisse.
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Kommentare
Liebe Katha, wunderschöne Erlebnisse im Regenwald und unter Wasser durftest Du genießen und das wird Dir sehr lange im Gedächtnis bleiben, herrliche Natur !!!!!
Viel Spaß und weiterhin schöne Eindrücke bei Deiner Tour noch durch Australien 😎