Tag drei unseres Roadtrips an der Ostküste Queenslands startet früh. Wir fahren heute am Mittwoch weiter auf dem Bruce Highway nach Norden, vorbei an Zuckerrohr- und Ananasplantagen. Unser Tagesziel ist Airlie Beach, auf das wir alle sehr hinfiebern. Zwei Tage im Bus, der nicht wirklich bequem und zu klein ist und obendrein gefühlt ohne jegliche Federung fährt, brauchen viel positives Mindset und Geduld. Die Highways sind monoton gerade, es gilt Tempolimit 100km/h und ein Schlagloch löst das andere ab. Deswegen stehen hier in regelmäßigen Abständen Verkehrsschilder am Straßenrand sowohl mit dem Hinweis "Pause machen" als auch mit Rätselfragen als Prävention gegen das Einschlafen am Steuer - ein wohl großes Unfallproblem hier auf dem Bruce Highway.
Für uns ist es fast geschafft, gegen späten Nachmittag erreichen wir Airlie Beach, das Tor zu unserem nächsten Reise-Highlight. Das Wetter ist zum Glück besser als erwartet. Wir hatten die letzten Tage Sorge, dass ein Zyklon der Kategorie 4 auf den Teil der Küste trifft, zu dem wir gerade unterwegs sind. Heute früh gab es zum Glück Entwarnung. Der tropische Wirbelsturm bleibt weiter nördlich noch oberhalb von Cairns... also weit genug weg von uns. Schwein gehabt.
Inselträume der Korallensee
Mein Blick aus dem Fenster heute am Donnerstag um 6 Uhr stimmt mich traurig, der Himmel ist grau und wolkenverhangen. Ach menno, heute wäre Sonne so wichtig gewesen, stattdessen regnet es auch noch in Airlie Beach kurz vor Abfahrt zum Hafem. Ein Segeltörn mit einem großen Katamaran ist geplant. Die Wetteraussichten für den heutigen Tag auf dem Meer sind aber zum Glück nicht ganz hoffnungslos, daher heuern wir auf unserem schicken lilafarbenen Katamaran an und starten vom Hafen Airlie Beach zu den Withsunday Islands.
Withsunday Island ist eine Inselgruppe gelegen zwischen der Ostküste von Queensland und dem Geat Barrier Reef. Insgesamt sind es 74 Inseln, von denen aktuell nur 4 bewohnt sind. Das Besondere dieser Inselgruppe: das intensiv türkisblaue Meer plus weiße Strände und Sandbänke, die bei Ebbe freigelegt werden und zusammen mit dem türkisblauen Wasser ein absolut wunderschönes Postkartenpanorama bilden. Wirklich traumhaft, ich kann mich nicht sattsehen. Nach anfänglicher Zickerei zeigt sich die Sonne dann doch noch und verschafft mir vom Aussichtspunkt "Hill Inlet" (Hügel Inlet) einen atemberaubend Blick auf das Panorama Withsunday Island.
Verantwortlich für das türkise Farbe sind Mineralien im Wasser. Sofern Sonnenlicht auf die mineralischen Krisalle trifft, streuen diese insbesondere die blauen und grünen Wellenlängen - daraus resultiert die türkisblaue Farbe. Für die hohe Konzentration der Mineralien hier im Meer sorgen die Korallen, die die natürlichen Elemente herausfiltern und Mineralien wieder ausstoßen.
Aber warum haben diese Inseln den seltsamen Namen "Pfingstsonntag"? Die Whitsunday Islands wurden von Kapitän James Cook benannt, als er am 3. Juni 1770 durch die Passage segelte. Er glaubte, es sei der Pfingstsonntag (im Englischen „Whit Sunday“), und nannte den Durchgang „Whitsunday Passage“, woraus sich der Name für die Inselgruppe entwickelte. Eigentlich war es jedoch bereits Pfingstmontag - also ein Fehler in der Datumsberechnung. Shit happens. 😉
Tinky Winky unter Wasser
Wir sind heute den ganzen Tag mit dem Katamaran auf dem Wasser und natürlich halten wir auch an einen Schnorchel Spot. Ich freue mich riesig darauf. Ihr wisst ja, wie sehr ich die Welt unter Wasser liebe. Tatsächlich sehen wir alle schon etwas komisch aus in unseren Ganzkörperanzügen mit Kaputze und Fäustlingen für die Hände - hat etwas von Teletubbies. Lach! Aber egal wie albern wir aussehen, das hat einen extrem wichtigen Hintergrund. Aktuell ist hier Quallensaison und der Lycra-Anzug (aus Badeanzugstoff) schützt vor dem Hautkontakt mit den Tentarkeln der Quallen. Denn: Hier vor der Küste Australiens lebt das gefährlichste Tier der Welt.
Würfelqualle (Seewespe)
Ihr hochwirksames Gift in den Tentakeln kann bei Kontakt innerhalb weniger Minuten zum Herz-Kreislauf-Versagen führen, was sie zur tödlichsten Gefahr für den Menschen macht. Sie gilt daher als das gefährlichste Tier der Welt. Die Tentakel werden bis zu 3m lang. Das Gift einer einzigen Seewespe reicht aus, um theoretisch bis zu 250 Menschen zu töten.
Die Würfelqualle hat mehr Menschen in australischen Gewässern getötet als Haie und Krokodile zusammen. Aber dank Gegenmaßnahmen wie Netze und Lycra-Anzüge sind Begegnungen selten.
Zum Glück sehe ich unter Wasser keine Qualle, aber leider auch sonst nix 🤣. Das Meer ist durch den Regen zu aufgewühlt und verhindert die Sicht auf Korallen und Fische. Tja ...nützt nix. Spaß hatten wir trotzdem.
On the Road again
Der tolle Tag gestern wirkt heute noch emotional nach. Hach war das schön! Mit wundervollen Eindrücken starten wir Freitagmorgen auf die letzte Etappe unseres insgesamt 2.000 Kilometer Roadtrips. Knapp 600 sind heute bis Cairns zu überwinden. Ich nutze die Zeit, um diesen Tagebucheintrag zu schreiben und sortiere meine Bilder. Nach 2.5 Wochen Australien, sind schon 1.050 Bilder zusammengekommen und wir sind ja noch nicht am Ende. 🤣
Bis ganz bald, Eure Katha.
Klugscheißerwissen
Die Flagge von Australien gibt es seit 1901, nach Zusammenschluss der 6 Kolonien. Sie ist das Resultat eines Designwettbewerbes mit 30.000 eingereichten Entwürfen und besteht aus 3 Hauptelementen.
Der Union Jack (obere linke Ecke): Symbolisiert die historische Verbindung zum Vereinigten Königreich.
Der Commonwealth Star (unter dem Union Jack): Ein großer, siebenzackiger Stern, bei dem sechs Zacken für die sechs Bundesstaaten stehen und der siebte für die 3 Bundesgebiete (Territorien).
Das Kreuz des Südens (rechte Seite): Besteht aus fünf weißen Sternen, die das markante Sternbild der Südhalbkugel "Kreuz des Südens" darstellen. Es betont die Identität als "Down Under".
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Kommentare
Liebe Katha,
ich bin total fasziniert von den Fotos🥰
Schicke dir ganz liebe Grüße und noch viel Sonne für die nächste Zeit!🙋🏼♀️😘
❤️