Im Herzen des Kontinents

Veröffentlicht am 11. März 2026 um 07:24

Oh Adelaide! Zugeben ist es nicht ganz fair, die Stadt mit Melbourne zu vergleichen, aber nun ja irgendeine Messlatte muss man legen. Kurz um: Adelaide ist eine hübsche Stadt mit vielen Parks und Grünanlagen, dem Torrens River, hat ein großes Stadion für Sport- und Musikveranstaltungen, Museen, Einkaufsstraßen - also alles, was man braucht. Aber spannend oder faszinierend sind keine Attribute, die man vergeben könnte. Nein, Adelaide hat mich nicht in seinen Bann gezogen. Eine Sache ist allerdings überaus lecker - der Wein! Der Bundesstaat South Australia hat 18 Weinanbaugebiete. Adelaide wird daher auch die Weinhauptstadt Australiens bezeichnet. Es liegt also auf der Hand, hier den ersten australischen Wein auf meiner Reise zu trinken...und es ist auch nicht bei einem geblieben. 🤪

Ihren Namen hat die Stadt übrigens von der englischen Königin Adelheid aus dem deutschen Sachsen-Meiningen. Australien war um 1790 englische Kolonie, wohin englische Strafgefangenen entsandt wurden. Nur South Australia als Provinz sollte als "freie Siedlung" entstehen. Eines Tages wurde König Willhelm der IV aufgefordert, einen Namen für die Hauptstadt zu vergeben. Da Adelheid als Queen extrem beliebt war, nahm er zu Ehren der Königin ihren Namen. Im englischen lautet dieser "Adelaide". 

Exkurs: Australische Sportarten

Sport ist ein zentraler Bestandteil der australischen Kultur, wobei über 90 % der Erwachsenen aktiv oder passiv daran teilnehmen. Am beliebtesten sind die tradionellen Sportarten, die zwar on Teilen anderen fernab der Insel gleichen, aber dann doch ganz eigene Regeln haben.

Australian Football (AFL):

Die unangefochtene Nummer 1 in Australien, besonders im Winter mit der höchsten Zuschauerzahl, kombiniert Elemente des europäischen Fußballs, Rugbys und anderer Ballsportarten.
Unterschiede zum American Football:

  • Vollkontaktsportart OHNE Schutzkleidung.
  • ovales statt echteckiges Spielfeld.
  • 18 statt 11 Spieler.
  • Schneller und fließender, weniger strategisch.

Cricket: 

Der klassische Nationalsport im Sommer. Cricket ähnelt dem Baseball, allerdings gibt es wesentliche Unterschiede:

  • Der Schläger beim Cricket ist flach, der beim Baseball rund.
  • Cricket wird mit elf Spielern gespielt, Baseball mit neun.
  • Cricket-Schlagmänner halten den Schläger üblicherweise unten, Baseball-Schlagmänner halten ihn immer oben.
  • Die Spielfelder haben unterschiedliche Größen und Formen: Cricket oval, Baseball Diamant förmig.

Rugby:

Ist ein intensiver Vollkontakt-Mannschaftssport, der im 19. Jahrhundert in England entstand. Ziel ist es, den ovalen Ball in das gegnerische Malfeld zu tragen oder zu kicken, und im besten Fall dort auf dem Boden kontrolliert anzulegen (nicht werfen), um Punkte zu erzielen. 

  • Der Ball darf getragen, nach hinten gepasst oder gekickt werden. Vorwärtspässe sind verboten.
  • Gegnerische Spieler dürfen festgehalten und zu Boden gebracht werden (Tackle), um den Ballbesitz zu gewinnen.
  • Ein Spiel dauert im Rugby Union 80 Minuten, aufgeteilt in zwei Halbzeiten.

Auf in die Wildness

Am Dienstag stehen wir sehr früh auf. Unser erster Inlandsflug von insgesamt drei steht heute an. Es geht von Adelaide ins Landesinnere nach Alice Springs im "Northern Territory" (Nördliches Territorium). Australien teilt sich insgesamt in 6 Bundesstaaten und 3 Territorien auf. Letztere sind geringer besiedelt und haben keine Eigenstaatlichkeit, werden also von der australischen Regierung mit verwaltet.

Northern Territory ist 1.5 Mio Quadratkilometer groß. Um es zu visualisieren, passt Sydney 120x und Deutschland 4x in diese Fläche. In diesem riesigen Gebiet leben obendrein nur 250.000 Menschen, in etwa die Hälfte davon in Darwin an der Küste. Hier im sogenannten Outback von Australien, in der absoluten Natur und Wildness gibt es nur wenige Bewohner - menschlich als auch tierisch.

P.S. Auf diesem Straßenschild steht wirklich eine 4-stellige Kilometerangabe....🙃

Unser heutiges Tagesziel ist der Kings Canyon - ca. 500 Fahrkilometer von Alice Springs. Es geht über flaches Terrain mit schöner Landschaft. Das australische Outback ist eine Wüste mit rotem Sand, Büschen und Savanne. Es ist aktuell viel grüner als erwartet, denn es hat die letzten Wochen extrem viel und lange geregnet - sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit und diese Region. Na nun los, setze Dich wieder kurz auf meinen Fensterplatz und schau selbst, wie es hier aussieht.😉

Kings Canyon 

Am späten Nachmittag erreichen wir den Kings Canyon. Die Zeit reicht noch für einen Spaziergang unten im trockenen Flußbett des Canyons und eine Vorabbesichtigung des ersten Aufstieges der morgigen Wanderung. Schweren Herzens entscheide ich mich, morgen früh nicht mitzugeben. Ich traue mir den Aufstieg einfach nicht zu. Somit muss ich Vorlieb nehmen, mit dem was ich von unten sehe, aber auch das ist schon wunderschön. Diese roten Sandsteinfelsen in der Nachmittagssonne sind einfach unfassbar beeindruckend und fotogen. Schon genial, was die Natur vor Millionen von Jahren erschaffen hat. Das "Schwänzen" der Wanderung hat auch Vorteile. Ich kann etwas länger schlafen und noch einen Kaffee genießen in unserer idyllischen Zelt-Unterkunft. 😉

Wir bleiben noch ein paar Tage hier im Outback und werden noch Großartiges erleben. Ich freue mich sehr darauf. Mehr dazu im nächsten Tagebucheintrag! 😉

Bid bald, Eure Katha.


Klugscheißerwissen 

Die gigantischen Ausmaße der Rinderfarmen hier in Australien sind kaum vorstellbar. In der Regel sind diese "nur" 5.000 km² groß, da fährt man schon mal 30 min von einem Ende zum anderen. Im Outback von South Australia gibt es sogar eine, die sich über 23.000 km² ersteckt (mit 8 Einwohner). Das entspicht von Größe von Mecklenburg-Vorpommern. Eine einzige Farm - völlig irre! 


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